Herzöge von Leuchtenberg Fürsten von Eichstätt



Wappen (1817):

 

Geviert; 1 in Silber ein blauer Balken, 2 in Blau auf grünem Boden eine Zinnenburg, aus deren 2 Türmen je ein grüner Baum wächst, 3 in Grün ein beiderseits von 3 (2, 1) goldenen Sternen begleitetes, dicht über der Parierstange mit 1 desgleichen belegten aufgerichteten goldengerifften Schwert, 4 in Silber ein schwarzer mit 3 schwarzen Merletten besetzter Balken. Fürstenhut, darauf 5 Helme. Schildhalter: 2 widersehende Adler. Fürstenmantel und  Fürstenhut, und für die Person des Herzogs Eugen: Krone.


Wappen (1826):

 

Wie 1817, dem Schild ein blaues Herz auferlegt, darin eine goldene Königliche Krone;  Fürstenhut und Fürstenmantel statt rot purpurn.


Wappen (1839):

 

Schild von 1826, gekrönt mit Fürstenhut; mit roter Mütze, auf dem Balken in 4 statt der Merletten 3 flugbereite rechtsgekehrte Amseln, ruht (ohne Helm) auf der Brust des Kaiserlich russischen 3fach Kaiserlich-gekrönten mit Zepter und Reichsapfel bewehrten Doppeladlers.

 

 

Katholisch und orthodox - Herzogswürde 1817.

 

Französisches Adelsgeschlecht, das sich von Guillaume de Beauharnais auf Miramion und La Chaussée (Berry) 1398 herleitet.

 

Erhebung der Seigneurie de Beauville in Kanada zur Baronie ... 25.61707

 

Königlich französischer Comte des Roches-Baritault (Dept. Loire-et-Cher) ... 2.6.1759 (für Claude de Beauharnais)

 

Kaiserlich französischer Comte … 5.1808

 

Königlicher Pair de France … 4.6.1814

 

erblicher Pair de France … 19.8.1815

 

erblicher Comte-pair de France 31.8.1817, alles (für den obigen Sohn Claude de Beauharnais, Vater der Großherzogin Stephanie von Baden)

 

Königlich französischer Marquis de La Ferté-Beauharnais … 16.7.1756 ( ?64) (für Francois de Beauharnais, Bruder des obigen 1. Comte des Roches-Baritault. Sein Sohn Alexander Vicomte de Beauharnais, Präsident der französischen Nationalversammlung und Oberbefehlshaber der Rheinarmee, wurde 23.7.1794 guillotiniert und hinterließ als Witwe Joséphine, geborene Tascher de la Pagerie, die 1796 den nachmaligen Kaiser der Franzosen Napoléon Bonaparte heiratete. Kaiser Napoléon nahm deren Sohn erster Ehe Eugène de Beauharnais unter dem Namen „Eugène Napoléon de France“ mit Prädikat „Kaiserliche Hoheit“ in das Kaiserliche Haus auf, 12./14.1.1806, 16.2.1806, und adoptierte ihn als seinen Sohn und Erben der Italienischen Krone mit dem Titel Fürst von Venedig ... 11./20/12.1807. Gen.-Obrist der Chasseurs mit dem Rang eines Prinzen 14.65.1804;

 

Französischer Prinz, GBeamter und Erzkanzler des Kaiserreiches 1.2.1805; Vicekönig von Italien 7.6.1805; Erbgroßherzog von Frankfurt 1.3.1810, alles (für den genannten Prinzen Eugène). – Art. 8 des Vertrages von 11.4.1814, in dem Österreich, Russland und Preußen mit Kaiser Napolèon dessen Abdankung regelten, sicherte dem Prinzen Eugène, Vicekönig von Italien „un établissement convenable hors de France“ zu. In einem bayrisch-österreichischen Staatsvertrag von 23.4.1815, in Art. 193 der Wiener Kongressakte und in einem Vertrag mit dem König von Neapel wurden dem Prinzen Eugène zunächst Schloß Bayreuth als Wohnsitz sein in Italien belegener Privatbesitz, 800 000 Francs jährliche Rente aus dem Kirchenstaat und eine Herrschaft mit 50-60 000 Einwohnern im Königreich Neapel zugesagt.
König Max I. Joseph von Bayern ließ sich diese Verpflichtungen finanziell ablösen und übernahm dafür die Versorgung seines Schwiegersohnes Prinzen Eugène. Dieser schied aus dem französischen Kaiserhaus aus und wurde dem Königlichen bayrischen Adel einverleibt.

 

Titel, Name und Wappen eines Herzoges von Leuchtenberg (primg.) und Fürsten von Eichstätt, für seine Person das Prädikat „Königliche Hoheit“, für die Nachgeborenen Titel und Namen Fürsten bzw. Fürstin von Leuchtenberg und Eichstätt mit dem Prädikat „Durchlaucht“, Diplom 14.11.1817 für den ehemaligen Prinzen Eugène Napoléon de France. Eine Königlich bayrische Deklaration vom 15.11.1817 regelt die staatsrechtliche Stellung des Herzogs von Leuchtenberg: Er erhält als Standesherrschaft mit bestimmten Vorrechten unter Königlich bayrische Oberhoheit das Fürstentum Eichstätt, bestehend aus Teilen der Landger. Eichstätt, Kipfenberg und Beilngries mit Stadt und Residenzschloß Eichstätt; das Herzögliche Haus Leuchtenberg (in Bayern das einzige außerhalb des Königshauses) ist das erste fürstliche Haus im Königreich Bayern, seine Mitglieder haben den Rang unmittelbar nach den Prinzen und Prinzessinnen des Königlich Hauses. Herzog Eugen von Leuchtenberg besaß neben der Standesherrschaft noch ein Palais in München, Schloß Ismaning, die Stammburg der Grafen von Hirschberg bei Beilngries, Landschloß Malmaison bei Paris, Marquisat La Ferté-Aurain-Beauharnais, die Majoratsdomaine Navarre 1), bedeutende Grundrenten im Kirchenstaat (abgelöst 1845), Eugenberg im Thurgau und eine Zuckerplantage in Martinique.

 

(Rang-)Erster erblicher Reichsrat der Krone Bayern ... 5.12.1818.

 

Immatrikuliert im Königreich Bayern bei der Fürstenklasse (da eigene Herzogsklasse nicht geschaffen wurde), ...

 

Königlich bayrische Wappenvermehrung für den 2. Herzog, ... 17.3.1826

 

Kaiserlich brasilianischer Herzog von Santa Cruz mit Prädikat „Königliche Hoheit" ... 17.10.1829 und Königlicher Prinz von Portugal ... 26.1.1835, beides (für den 2. Herzog)

 

Die Gerichtsbarkeit und die Dominikalien der Standesherrschaft Eichstätt wurden von der Krone zurückerworben 12.2.1833, darauf Königlich bayrische Bestätigung der standesherrlichen Vor- und Ehrenrechte durch Reskript vom 31.12.1834 (Regbl. 6.8.1835)

 

Kaiserlich russische Verleihung des Prädikates „Kaiserliche Hoheit“ mit folgender Königlich bayrischen Genehmigung zur Führung desselben 2./14.7.1839, Kaiserlich russische Wappenmehrung mit dem russischen Reichsadler 12./24.8.1839, und Königlich bayrischen Genehmigung zur Führung des vermehrten Wappens 21.8.1839,  alles (für den 3. Herzog)

 

Kaiserlich russische Verleihung des Prädikates „Kaiserliche Hoheit“ d. Ukas zum jeweiligen Geburtstag (für die Kinder des 3. Herzogs)

 

Aufnahme der Descendenz des 3. Herzogs von Leuchtenberg, soweit aus ebenbürtigen Ehen, in das Kaiserlich russische Zarenhaus mit dem Titel Fürsten Romanowsky und dem Prädikat „Kaiserliche Hoheit“, (für die Nachgeborenen mit dem Titel Prinz (Knjaes) und Prinzessin Romanowsky und dem Prädikat „Kaiserliche Hoheit“, Kaiserliche Ukas vom 6./18.12.1852)


Der 4. Herzog von Leuchtenberg verzichtet auf alle ihm im Königreich Bayern eingeräumten Praerogativen und Privilegien (also auf die Zugehörigkeit zum Königlich bayrischen Adel) ... 1853. Königlich bayrische Bestätigung des Verzichtes durch Aufhebung der Deklaration vom 15.11.1817 und durch Rescriptes vom 31.12.1834, ... 25.2.1854 (Regbl. 10.5.1854). Das Fideikommiß Eichstätt wurde verkauft ... 1855. Ob der Titel eines Herzog von Leuchtenberg weiterhin zu Recht geführt wurde, mag bezweifelt werden; die Führung des Herzog-Titels  durch die Nachgeborenen war nach Königlich bayrischer Verl. unstatthaft. Die Matrikeleintragung wurde nicht fortgesetzt, eine Umschreibung als „Forense“ unterblieb und eine Fortführung der Matrikel zur Zeit des Besitzes des Fideikommisse Stein und Seeon 1873-1892, später des Schlosses Seeon wurde nicht vorgenommen.

 

Kaiserlich russische Grafen bzw. Gräfinnen Beauharnais (für die 1. morganatische Ehefrau des 5. Herzogs und ihrer Descendenz ... 8./20.1.1869)

 

Kaiserlich russische Grafen bzw. Gräfinnen Beauharnais (für die 2. morganatische des 5. Herzogs ... 2./14.7.1878 und Kaiserlich russische Herzogin von Leuchtenberg mit dem Prädikat „Durchlaucht“ für diesselbe (pers.) ... 16./28.8.1889))

 

Kaiserlich russische Verleihung des Prädikates „Hoheit“ (für die Descendenz 2. Ehe des 6. Herzog von Leuchtenberg Peterhof 14./26.6.1899)

 

Der 4. Herzog von Leuchtenberg und Fürst Romanowsky ehelichte 1879 in dem russischen Zarenhaus nicht ebenbürtiger Ehe Nadeshda Annenkow, die mit ihren vorehelichen Söhnen Nikolai und Georg zu russischen Grafen und Gräfinnen de Beauharnais erhoben wurde.

 

Kaiserlicher Ukas ... 30.1./11.2.1879.

 

Kaiserlich russische Anheimstellung von Titel und Namen von Herzog bzw. Herzogin von Leuchtenberg mit Prädikat „Durchlaucht“ ohne Zugehörigkeit zum Zarenhaus und Titel Fürst Romanowsky. Gatschina 11./23.11.1890 für die beiden obengenannten Grafen Beauharnais und ihre Descendenz.

 

 

LITERATUR:

 

Adelsmatrikel Fürsten L 2a und 2b
Gothaischer Hofkalender Italien 1806-1814

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Fürstlichen Häuser 1836-1939

Genealogisches Handbuch der Fürstlichen Häuser

Ronamowsky 1953 und Beauharnais 1956

A. Révérand, Armorial du Premier Empire ff.

Genealogisches Staatshandbuch (Varrentrapp) 1827 ff.





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