Prinzen und Herzöge von Bayern



Wappen (Stammwappen Wittelsbach):

 

Von Blau und Silber schräg geweckt; auf dem Helm mit blau-silbernen Decken der pfälzische rot-gekrönte goldene Löwe sitzend zwischen 2 mit je 5 goldenen Lindenlaubzweigen auswärts besteckten Stierhörnern, die wie der Schild bezeichnet sind.

 

 

Katholisch – Könige von Bayern 1805.

 

Vermutlicher Stammvater: Markgraf Luitpold, wohl aus dem baierischen Hause der Huosi, Vetter und Feldherr des Kaisers Arnulf aus dem Hause der Karolinger, gestorben 5.7.907; sein Sohn war Arnulf Herzog von Baiern, 907-937. Als dessen Bruder Berthold 947 stirbt, gibt König Otto I. das Herzogtum seinem eigenen Bruder und entschädigt den jüngeren Arnulf, den zweiten Sohn des gleichnamigen Herzogs, mit dem Amt eines Pfalzgrafen in Baiern. Bertholds Urenkel Otto I. ist um etwa 1070 als Graf von Scheyern nachweisbar; sein Großvater war Markgraf Heinrich von Schweinfurt, sein Vater Graf Heinrich a. d. Pegnitz gewesen. Er selbst ist schon um 1045 Graf a. d. Paar und 1047 Vogt von Freising. Sein Enkel Otto IV. erbaut in der Paar-Landschaft die Burg Wittelsbach (bei Aichach/Oberbayern) und wird 1121 Pfalzgraf in Baiern; dessen Sohn Pfalzgraf Otto V. wird am 16.9.1180 von Kaiser Friedrich I. mit dem Herzogtum Baiern belehnt. Herzogs Otto Sohn Ludwig I. wird 1214 mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt. Seitdem führt jeder Wittelsbacher den Titel Herzog von Baiern und Pfalzgraf bei Rhein. Ludwigs Enkel Ludwig II. hatte 2 Söhne, Rudolf und Ludwig, den späteren Kaiser, von denen die Pfälzer und die altbaierische Linie (erloschen 1777) ausgehen. Die Kurwürde sollte nach dem Hausvertrag von Pavia 1329 wechseln, blieb aber mit Rupprecht I. ausschließlich pfälzisch. Diese pfälzische Kur ging 25.2.1623 auf die Herzöge von Baiern über; Wiederherstellung der Kurwürde für die Pfalz 24.10.1648. Carl Theodor Kurfürst von der Pfalz beerbt am 30.12.1777 die Kurlinie von Baiern und nennt sich nun Kurfürst von Pfalzbaiern. – Die beiden folgenden Linien stammen von zwei Söhnen Christians I. Pfalzgrafen von Birkenfeld-Bischwieler, geboren 1598, gestorben 1654.

 

I. (Königliche) Linie


Stammvater: Pfalzgraf Christian II. zu Birkenfeld-Bischweiler, 1637-1717.

 

Pfalzgraf zu Birkenfeld 31.3.1671; Pfalzgraf von Zweibrücken 17.9.1731; Kurfürst von Bayern und der Pfalz 16.2.1799; Annahme des Titel König von Bayern 26.12.1805 (Proklamation 1.1.1806) durch Kurfürst Max IV. Joseph (1756-1825); Thronverlust 7./8.11.1918. – Die beiden folgenden Äste wurden begründet von Söhnen des Königs Ludwig I. (1786 –1868): Luitpold und Adalbert. – Die Nachgeborenen führen den Namen Königlicher Prinz bzw. Königliche Prinzessin von Bayern (Königliche Hoheit).

 

1. (Königlicher) Ast


gestorben Luitpold Karl Joseph Wilhelm Ludwig Prinz von Bayern, geboren Würzburg 12.3.1821, gestorben München 12.12.1912; übernimmt 10.6.1886 die Regentschaft für seinen Neffen König Ludwig II., nach dessen Tod 13.6.1886 für dessen Bruder König Otto I. als Prinzregent (des Königreiches Bayern Verweser); heiratet Florenz 15.4.1844 Auguste Erzherzogin von Österreich, Prinzessin von Toscana, (Kaiserlich und Königliche Hoheit), geboren Florenz 1.4.1825, gestorben München 26.4.1864 (Eltern: Leopold II. Großherzog von Toscana, Erzherzog von Österreich, und seiner 1. Gemahlin Marie Prinzessin von Sachsen).

 

2.  (Prinz Adalbertischer) Ast


gestorben Adalbert Wilhelm Georg Ludwig, geboren München 19.7.1828, gestorben Schloß Nymphenburg 21.9.1875, Königlich bayerischer Generalleutnant: heiratet in Madrid 28.5.1856 Amalie Infantin von Spanien, geboren Madrid 12.10.1834, gestorben Schloß Nymphenburg 27.8.1905 (Eltern: Franz de Paula Infant von Spanien und Luise Prinzessin von Bourbon-Sizilien).

 

II. (Herzogliche) Linie


Stammvater: Pfalzgraf Johann Carl zu Gelnhausen, geboren 1638, gestorben 1704. Dessen Enkel Pfalzgraf Wilhelm, geboren 1752, gestorben 1837, nahm 1799 nach dem Anfall von Kurpfalzbayern an die I. Linie den Titel der Nachgeborenen des früheren Kurhauses Bayern „Herzog in Bayern“ an. Er gelangte infolge Paragial-Rezesse von 30.11.1803 zur Regierung des Herzogtums Berg (unter Oberhoheit der I. Linie) und legte sie am 30.3.1806 wieder nieder. Die Mitglieder dieser Linie führen den Namen Herzog bzw. Herzogin in Bayern und soweit den Hausgesetzen entsprechend, das Prädikat „Königliche Hoheit“ (dies seit 31.3.1845).

 

 

LITERATUR:

 

Dr. Christian Haeutle, „Das Haus Wittelsbach“, München 1870;

Franz Tyroller, Die Ahnen der Wittelsbacher (Beilage zum Jahresbericht des Wittelsbacher Gymnasiums München 1950/51;

Freiherr Otto von Dungern, Tyrollers „Ahnen der Wittelsbacher“, in: Der Familienforscher in Bayern, Franken und Schwaben (Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde) I, Seite 172 (Heft 11, August 1952).

Vergleiche Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Fürstlichen Häuser 1942;

Handbuch Bayern I 1950, III 1952, V 1955;

Genealogisches Handbuch des Adels Fürstliche Häuser I 1951, III 1955, V 1959, VII 1964;

AT. In Edda 1.





| Stammbaum |
| Fotoalbum |