Freiherrn von Ringhoffer



Wappen (1873):

 

In Gold ein mit drei goldenen Ringen belegter grüner Schrägrechtsbalken, begleitet oben von einem aufgerichteten schwarzen Spitzhammer, unten von einem schwebenden schwarzen Hifthorn mit aufwärtsgeschlungener goldener Umhängeschnur. Freiherrnkrone. Auf dem Helm mit rechts grün-goldener, links schwarz-goldener Decken ein offener goldener Flug, je schrägeinwärts belegt mit dem grünen Balken mit den drei goldenen Ringen.

 

 

Römisch-katholisch - Freiherrnstand 1873.

 

Das im 18. Jahrhundert in Böhmen auftretende Geschlecht war ursprünglich in der Grafschaft Forchtenstein im heutigen Burgenland ansässig. Ein Zweig wurde 1712 vom ungarischen König Karl III. (Kaiser Karl VI.) geadelt.

Die Stammreihe beginnt mit Jakob Ringhoffer, geboren 1673, gestorben 30.8.1732, Schmied zu Müllendorf (Szarazvam) bei Eisenstadt (vorm. Komitat Ödenburg). Sein Enkel Franz, geboren 11.7.1744, gestorben 28.8.1827, erwirbt 1771 in Prag das Bürgerrecht und legt mit seiner Kupferschmiedwerkstätte den Grundstein zu einem der bedeutendsten Industrieunternehmen Mitteleuropas, das auf den Gebieten des Waggonbaus und der Automobilproduktion ("Tatra") Weltgeltung erlangen sollte.

 

Österreichischer Freiherrnstand 3.1.1873 (nobilitiert von Kaiser Franz Joseph I.) (für den Großindustriellen und Großgrundbesitzer Franz Ringhoffer, geboren 28.4.1817, gestorben 23.3.1873, Mitglied des böhmischen Landtags, Bürgermeister von Smichow, Ritter des Ordens der Eisernen Krone II. Klasse und des Franz-Josephs-Ordens, "in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete der Industrie und seines humanitären Wirkens").

 

Österreichischer Ritterstand mit Diplom vom 10.4.1900 für des oben genannten Bruder Emanuel Ringhoffer, geboren 25.12.1823, gestorben 1.12.1903, k.k. Regierungsrat, emer. Professor der Hochbaukunde und Rektor am k.k. Polytechnischen Landesinstitut (Deutsche Technische Hochschule) Prag.

 

Mitgliedschaft im Herrenhaus des österreichischen Reichsrats:

 

1892 bis 1909: Franz Freiherr von Ringhoffer (1844-1909)

 

1912 bis 1918: Emanuel Freiherr von Ringhoffer (1848-1923)

 

 

LITERATUR:


Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser (1877 bis 1939)
Genealogisches Handbuch des Adels (GHdA), Freiherrliche Häuser, Band 48 (1970) (Stammreihe) und 102 (1992)
Adelige Häuser, Band 104 (1993) (erloschene Linie)
Adelslexikon, Band XI (2000)
Almanach Ceskych Slechtickych Rodu (Prag 1999)
Frank-Döfering, Adelslexikon des österreichischen Kaisertums 1804-1918 (Wien 1989)
Schematismus des Großgrundbesitzes im Königreich Böhmen (Prag 1906)
L'Ordre de la Noblesse, Volume II (Paris 1980)
"Die Großindustrie Österreichs" (Festbände zu den Kaiserjubiläen 1898 und 1908)
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Band IX (Wien 1988)
Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder (München 1979)
Conrad Matschoss, Männer der Technik (Berlin 1925)
Der Ringhoffer-Konzern in Wort und Bild (Prag 1927)
Ottuv Slovnik Naucny, Illustrovana Encyklopaedie Obecnych Vedomosti (Prag 1904)
F. Hantschel, Biographien böhmischer Industrieller (1920)
Elisabeth Burmester (erwitwete Gräfin de Riba d'Ave), Von der Moldau an den Douro,
Die Ringhoffers - Ein kleines Familienpanorama (Porto 2002)
"Prager Nachrichten" (München Nov./Dez. 2003)





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