Klobuczinsky (Kłobuczyński) von Klobuczin



Wappen der Familie Kłobuczyński (herb Topór) in Schlesien und Polen ab 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es handelt sich um das Wappen der polnischen Dynastie der Starza. Angehörige der Hauptfamilien Ossoliński, Teczyński (Tenczyński) und Morawicki, waren Kastelane von Krakau, Wojewoden von Krakau und Sendomir, Herzöge und Fürsten des Heiligen Stuhls und des Heiligen Romischen Reiches. Andere Familien wurden Grafen in Bayern und Galizien. Die Kłobuczyński wurden wohl durch Adoption in das Stammwappen aufgenommen. Diese Adoption kann im Zusammenhang mit dem Indigenat des Vaters von Andreas Franz Kłobuczyński stehen.


Wappen des „Andreas Franz Klobuczinsky von Klobuczin“ und seiner Nachfahren ab 1672. Dieses Wappen wurde ihm anlässlich seiner Aufnahme in den Böhmischen Ritterstand durch Kaiser Leopold verliehen.

Wappen gespalten; Rechts in Blau ein aufgerichtetes silbernes Pferd mit braunem Gurt, links in Gold ein schwarzer aufgerichteter Greif mit roter Zunge. Beide Figuren sind sich zugewendet. - Helmzier: wachsender Geharnischter mit Helm und ausgestreckten Armen. In der Rechten ein goldenes Schwert, in der Linken ein mit der Rundung abwärts gekehrtes goldenes Hufeisen, innerhalb dessen ein goldenes Kreuz (Stammwappen "Jastrz biec" aus Polen). - Decken: rechts, Blau und Silber, links, Schwarz und Gold.


Katholisch - Ritterstand 1672.

Über die Herkunft dieser schlesischen Familie gibt es unterschiedliche Berichte. Nach Sinapius und Zedler soll sie von der Herrenfamilie „Klobuk“ aus der mährischen Slowakei abstammen. Nach Sekowski, der sich auf Pilnáček bezieht, soll es sich um eine slowakische Familie handeln, aus der einer nach Polen ging. Die Familie soll zur Zeit Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) das polnische Indigenat erhalten haben und in den polnischen Ritterstand aufgenommen worden sein. Henel setzte sie nach Schlesien, wo er sie sogar zum Hochadel rechnete.

Böhmischen Ritterstand durch Kaiser Leopold I. (1658-1705) Wien 3.8.1672 (Wien Saalbücher, Pagina 519) (für Andreas Franz Klobuczinsky von Klobuczin, seit 1664 Herr auf Klein Rinnersdorf, Eisemost und Gühlichen im Kreise Lüben (Fürstentums Glogau) und bischöflicher Landeshauptmann der Preichauischen Halt)

Die Standeserhebung ist durch die königliche Oberamtsregierung in Breslau am 31.10.1672 in den Fürstentümern Schweidnitz, Jauer, Münsterberg und Neiße bekanntgegeben worden. Die Nobilitierungsakte bestätigt, dass sein Vater aus Ungarn kommend nach Polen ging und dort mit zahlreichen anderen, auch durch „Intervention“ Kaiser Ferdinand II. das Indigenat erhielt. Nach des Vaters Tod zog es Andreas Franz nach Schlesien, wo er sich untertänigst bittend unter den Schutz des Kaisers stellte und in Ermangelung anderer Gelegenheit zuerst in ärmlichen Verhältnissen lebte.
Ab 1664 besaß er nachweislich oben genannte Güter im Kreise Lüben. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass diese Güter bis zum 5.2.1654 lutherischer Konfession waren und teilweise im 30-jährigen Krieg zerstört wurden. Bei der Kirchenreduktion 1653/54 wurden die Erbfürstentümer der Piasten aber rekatholisiert. Andreas Franz soll nach dem Tode des Piastenherzogs Ludwig IV. von Liegnitz 1663, als Gesandter der Abtissin des Heiligen Kreuz Klosters Liegnitz, der fürstlichen Leichenfeier beigewohnt haben. 1666 baute Andreas Franz die Kirche von Eisemost als Fachwerkbau auf eigene Kosten wieder auf. Sie erhielt einen neuen Taufstein, eine Orgel und einen gemauerten Unterbau für einen alten Hochaltar aus dem Jahre 1425, den Andreas Franz 1674 aus dem Preichauer Halt mitbrachte. Da die größte der drei Kirchenglocken im Krieg entwendet wurde, ließ er 1687 auch eine neue gießen, welche wie die Kirche, der Heiligen Barbara geweiht wurde.

Nach Freiherr von Ledebur, Starykoń-Kasprzycki und Źernicki-Szeliga soll seine Familie das Wappen „Klobuk“ führen, aber auch das polnische Wappen „Topór“, was auf eine Adoption durch das Haus "Starza" hinweist und eine indirekte Bestätigung der Tatsache ist, dass der Vater von Andreas Franz in Polen das Indigenat erhielt. In Polen wird seine Familie „Kłobuczyński“ geschrieben. Die Behauptung, dass die Familie auch von der mährischen Familie „Klobuk“ abstammt, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht verneint werden. Da Pilnáček angibt, dass die Vorfahren des Andreas Franz aus der Slowakei kamen, könnte die ungarische, aber auch die mährische Slowakei gemeint sein. Zu Letzterer gehört ja auch das Gebiet südlich von Brünn mit der Stadt Klobouky, wo die Familie „Klobuk“, dort Klobouk geschrieben, viele Besitzungen hatte. Da das Indigenat adligen Personen zuteil wurde und von der Nobilitierung zu trennen ist, muss die Familie schon vorher adlig und wappenfähig gewesen sein. Weitere Zweige der Familie „Klobuk“, bzw. „Kłobuczyński“ gibt es ab 1670 im Hochstift Ermland, in Westpreußen und Großpolen. Bei der erbländischen Linie wurden nachweislich beide Namensversionen bis ins 18. Jahrhundert parallel getragen.

Die männliche Linie des schlesischen Geschlechtes endete mit "Otto Klobuczinsky von Klobuczin" im Jahre 1856.

Siehe auch Klobuk und Ritter Klobuczinsky von Klobuczin unter dem Königreich Böhmen und der Markgrafschaft Mähren und Müller von Klobuczinsky unter dem Königreich Preußen!


Literatur:

Verlag Degener & Co, „Die Eheschließungen in den Schlesischen Provinzialblättern“, Ein Register für die Jahre 1785-1849, Neustadt an der Aisch (1994)
August von Doerr, Der Adel der Böhmischen Kronländer, Prag (1900) S. 158
Otto Tinan von Hefner, Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band I Regensburg (1860) S. 266
Johann Christian von Hellbach, Adelslexikon "Nachdruck der 1825 in Ilmenau erschienenen Ausgabe", Band I Graz (1976) S. 667
Nicolai Henel von Hennenfeld, Silesiographia Renovate, Wratislava (1704) S. 772
Hermann Hoffmann, Führer zu schlesischen Kirchen, Die Kirchen in Ober Gläsersdorf und Eisemost, Band 26 Breslau (1936) S. 10 und 41ff.
Walter von Hueck, Adelslexikon, Band VI (Band 91 der Reihe Genealogisches Handbuch des Adels) Limburg (1987) S. 290
Adalbert Ritter Král von Dobrá Voda, Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien, Prag (1904) S. 116
Leopold Freiherr von Ledebur, Adelslexicon der preussischen Monarchie, Erster Band A-K, Berlin 1854-1856, S. 441 („Klobuczinski“).
Nobilitierungsakte im Archivbestand der Böhmischen Hofkanzlei (Ceská dvorská kancelár“), Signatur IV D 1, Karton 449.
L’Institut Héraldique Universel, Armoiries des Familles contenues dans l’Armorial Général de J.P. Rietstap, S. 1102
Anton Schimon, Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien, Böhmisch-Leipa (1859) S. 74
Roman Sekowski, Herbarz Szlachty Slaskiej, Band 3 (2004) Seiten 274f.
Johann Siebmacher, Grosses und allgemeines Wappenbuch, Der abgestorbene Adel der preussischen Provinz Schlesien, Nürnberg (1890) S. 62 und Tafel 40
Johann Siebmacher, Grosses und allgemeines Wappenbuch, Der blühende Adel des Königreiches Preußen, Nürnberg (1878) S. 202 und Tafel 251
Johannes Sinapius, Des Schlesischen Adels anderer Teil oder Fortsetzung Schlesischer Curiositäten, Leipzig und Breslau (1728) S. 730
Starykon-Kasprzycki und Dmowski, Wykazy Polskich Rodzin Szlacheckich, Band VI Warschau (1935) S. 342
Johann Heinrich Zedler, Universales Lexikon aller Wissenschaften und Künste, Band XV Halle und Leipzig (1737) S. 958
Emilian von Zernicki-Szeliga, Der polnische Adel und die demselben hinzugetretenen andersländischen Adelsfamilien, Band I Hamburg (1900) S. 421.





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